Kometenbeobachtungen 1986-2000

Mein Hobby ist die Astronomie und das schon seit Jahrzehnten. Im Winter 1985/1986 kündigte sich nach 76 Jahren die Wiederkehr des Kometen Halley an. Im Rahmen der Astronomiegruppe Kometen in Jena wurde ich Teil der visuellen Beobachtung des Kometen Halley, das heisst ich führe Helligkeitsschätzungen mit Bleistift und Papier durch. Die visuellen Beobachtungsdaten wurden von Jena aus an die Dr. Remeis Sternwarte  in Bamberg geleitet, von dort aus gingen sie gesammelt mit vielen anderen Daten auch den Daten der russischen Sonden Vega und der ESA-Sonde Giotto. Das ganze Programm hiess weltweit International Halley Watch und bestand daher aus einer Vielzahl von Amateurastronomen sowie professionellen Astronomen und Sonden blockübergreifend, das heisst es wurde im Westen sowie im Osten durchgeführt. Heute gibt es darüber ein Riesen Archiv . Das ganze wurde noch von einer Anzahl von wissenschaftlichen Vorträgen an verschiedenen Sternwarten und Seminaren in der DDR unterstützt. Zentral gesteuert wurde es vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena. Von dort kamen auch immer schöne grosse Briefe mit den Beobachtungs-Manuals, Sternkarten und den Tabellen dazu.

Physikalisch sah das so aus, das ich mich im Garten mit einen Feldstecher hinsetze, der übrigens auf einer Stange dessen Grundplatte eine Weihnachtsbaumhalterung war (DDR-Improvisationstechnologie). Danach richtete ich den Binokular auf das jeweilige Sternfeld aus, schätze die Helligkeit und zeichnete die Position des Kometen in das Sternfeld. Das Beobachtungsgerät war ein Feldstecher 10×50 von Carl Zeiss Jena. Die analogen Aufnahmen aus 1986 stammen von einer Exa 1c und später dann 1997 von einer Canon EOS .

Feldstecher von damals:

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Die gesammelten Daten gingen per Post erstmal nach Jena, danach nach Bamberg und später dann in das JPL, wo diese weiter verarbeitet wurden. Sicherlich war der Faktor, das soviel wie möglich Astronomen weltweit an diesen Programm arbeitete und für mich die erste Erfahrung kollobarativer Zusammenarbeit zwischen Amateuren und Profi-Astronomen. Der Weg war damals die Post, das Internet war noch nicht ausgeprägt.

Im Internet-Zeitalter in den Neunzigern startete ein ähnliches Programm dann mit den Kometen Hale Bopp und Hyakutake. Dort führte ich ähnlich visuelle Messungen durch aber auch etwas Photografie. Doch die Bedeutung visueller Beobachtung versank langsam mit den Aufkommen verbesserter photographischer Verfahren:

Hier ein paar Fotoaufnahmen von Hale Bopp und astronomische Relikte aus der Zeit:

Die Dokumente kamen vom JPL Newsletters etc., die alten kopierten Beobachtungsblätter sind Ormig-Kopien von Anlagen aus der DDR auch ein Technikus-Artikel (Jugendzeitschrift der DDR) ist noch dabei, wo ich darüber berichtet habe:

Die meisten Hand-Skizzen sind vom Kometen Hyakutake und ein paar von Komet Hale Bopp aus 1996/1997, Hale Bopp war bisher der eindrucksvollste und grösste Komet, welchen ich bisher gesehen habe, aber Hyakutake war auch nicht ohne: